DER ROTE TEPPICH
= EINE SOZIALE PLASTIK ON TOUR

"Sie glauben Sie kennen Berlin?
Der Rote Teppich zeigt Ihnen
den Weg zur Gegenwart.
So haben Sie Berlin noch nie gesehen." Klaus Oelrich 2011
Waldkunst
2011
Kunst
und Heilung
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Teppich
on Tour
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Der Rote Faden
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Die Mauer ist gefallen, jetzt
sprechen wir 2009
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* Wahrnehmungsorgan *
Forschungsreise * Kunstaktion
Stellen Sie sich vor
Sie gehen eines schönen samstags oder sonntags
(vielleicht auch montags oder dienstags oder eine ganz
anderer Tag)
- mit Familie, mit Freunden, mit Hund -
auf einen schönen Spaziergang durch Berlin.
Am Brandenburger Tor (vielleicht) liegt für Sie ein roter
Teppich bereit.
(vielleicht aus Licht)
Sie betreten ihn mit der nötigen Andacht und lassen sich von ihm führen.
Die Stadt, von der Sie eben noch glaubten, es gäbe sie wirklich, verschwindet.
Und überall um sie herum werden, zu Ihrer Überraschung und zu Ihrer Belustigung, Kulissen aus dem Boden hochgefahren.
Natürlich, das verwirrt Sie.
Aber Sie wissen:
Aus jedem Labyrinth führt ein Faden.
Was wir vorhaben:
Wir wollen «einen roten Faden», sprich:
EINEN ROTEN TEPPICH
verlegen
vom
BRANDENBURGER TOR


bis zum Bunker
(an der Pallasstraße).

Was wir vorhaben:
Wir wollen «einen roten Faden», sprich:
EINEN ROTEN TEPPICH
sternfömig, in menschlicher Gestalt einer Frau und eines Mannes
verlegen.
Logo, ihr Kopf ist rund, um den
Reichstag verlegt, damit die Gedanken ihre Richtung ändern können.
Ihr Brustkorb, das Herz eingeschlossen, bildet das
BRANDENBURGER TOR.
Von dort aus erstrecken sich ihre linken Arme unter die Linden bis zum Fernsehturm,
als ein Ort der Kommunikation.
Die anderen Arme, strecken sich zur Siegessäule.
Ihr Rumpf bildet das ehemalige Niemandsland, den Mauerstreifen
bis hin zu ihrem Geschlecht.
Der Potsdamer Platz,
Wahrzeichen der Stadt.
Von hieraus springen ihre Beine über die Potsdamer Straße bis hin zum Bunker
(an der Pallasstraße),
Die anderen Beine ziehen am Landtag vorbei zum Checkpoint-Charly.
Sie wirken
aus der Vogelperspektive eher tänzelnd
und erzählen Geschichten.
Das sind drei Stunden Spazierweg - und ca. Zehn Kilometer Teppich.
Die Breite des Pfades: ein halber Meter.
Die Kulisse: die Ebertstraße, die Potsdamer Straße, die Straße des 17. Juni, Unter den Linden, die Karl-Liebknecht-, die Stresemann-,
die Mauerstraße, am Berliner Abgeordnetenhaus vorbei in die Niederkirch-, zur Friedrichstraße.
Ein Startpunkt (vielleicht):
Der Rufer.
Francesco Petrarca.

Humanist, Lyriker, Mönch.
Mit dem Rücken zum Tiergarten
und zur Siegessäule.
(Was ist da besiegt worden?
Und: Welche Tiere hausen da noch - im Tiergarten? -
Sind da Zusammenhänge?
Wem oder was hat Petrarca den Rücken gekehrt?)
Petrarca ruft den Frieden aus.
(Wie können wir ihn finden?)
Der Weg:
(Wo kommen wir her -
Wo gehen wir hin?)
Wir gehen weiter -
durchs Tor
ins Labyrinth -
Oder besser: Wir sind schon drin.
Uns führt der Faden.
Labyrinthe gibt‘s in Hauf.
Die Stadt ist eins davon. Ein anderes ist im Kopf.
Der Faden führt.
Ariadne gab ihn Theseus.
Theseus ging ins Labyrinth.
Im Labyrinth besiegte er den Minotauros,
den Stiermenschen, so erzählen die Griechen.
Athen war damals dem Inselstaat Kreta unterworfen.
Dort herrschte König Minos.
Seine Frau, Pasiphae, trunken,
vereinigt sich mit einem Stier
und bringt ein Monster hervor -
den menschenzerstörenden Minotaurus.
Warum zerstört er die Menschen?
Er hat den Körper eines Menschen,
aber den Kopf eines Stieres.
Was bedeutet das?
Ein Mensch mit Tiergedanken?
Wie können wir das lesen?
Handelt es sich um ein Schattenbild des Menschen,
ein Schreckbild - ?
(Zum Schrecken wovor?)
Wir gehen durch die Ebertstraße
und weiter
zur Potsdamer -
Eine Menge Geschichte* liegt unter uns -
und eine Menge Geschichten um uns.
(Wo liegt der Minotaurus begraben?)
Schon befinden wir uns auf dem Potsdamer Platz.
Hier, wo gebaut wird an der Zukunft -
und an der Frage «Wo führt die Reise hin».
*Hier sei nur an die Stichworte erinnert:Topographie des Terrors, Mauerfall und ehemaliges Niemandsland, der Potsdamer Platz, Kulturforum, Nationalgalerie, weiter Sozialpalast ehemals Sportpalast, Rotlichtmilieu an der Potsdamer Strasse und der Bunker als Mahnmal des Naziterrors.
Das Ende des Spaziergangs:
Der Bunker in der Pallasstraße.
Nach dem letzten Weltkrieg gebaut
als Atomschutzbau.
(Friedensarbeit - wie?)
Inmitten des Wirrwarrs gilt es, das Einfache zu finden.
Albert Einstein
Der rote Teppich soll als roter Fadendie globale Vision vieler Menschen
symbolisieren, die davon überzeugt sind, dass Kunst statt Gewalt ein
sichtbares Zeichen setzen kann.

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